Linux-Desktops

9/2011

Eine Übersicht über sechs Linux-Desktops, die jeweils verwendeten Distributionen sind unten in Klammern angegeben.

Allgemeines
GNOME 2 (Mint 11)
GNOME 3 (Fedora 15)
KDE (OpenSuse 11.4)
LXDE (Lubuntu 11.4)
Unity (Ubuntu 11.4)
Xfce (Xubuntu 11.4)
Fazit

Allgemeines

Sechs populäre Linux-Desktops werden gezeigt und kurz beschrieben und es soll auch gezeigt werden, dass es im Gegensatz zu Windows bei Linux ganz verschiedene Desktops gibt, also Benutzeroberflächen für die Distributionen mit ganz unterschiedlichem Aussehen, Funktionen oder Speicherbedarf.

Viele Distributionen werden mit verschiedenen Desktops veröffentlicht, beispielsweise Linux Mint aktuell mit GNOME, KDE, LXDE, Xfce. Manche Distributionen wie Lubuntu (LXDE) oder Xubuntu (Xfce) widmen sich einzelnen Desktops.

Eine sehr gute Übersicht über Distributionen und deren Desktops findet sich bei DistroWatch.com (Link: http://distrowatch.com/index.php?language=DE).

Es wird jeweils ein Bild des Desktops und ein Bild der Systemüberwachung gezeigt, um den Speicherbedarf des Systems im Leerlauf zu sehen. Von den Distributionen wurden die 32-Bit Varianten getestet. Das Testsystem hatte einen AMD Athlon 64 3500+ (Ein Kern) Prozessor, eine NVIDIA GeForce 9400 GT und 2 GB Arbeitsspeicher.

GNOME 2 (Mint 11)

Webseite: http://www.gnome.org
Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Gnome

Desktop

Dieser Desktop zeigt ein erweitertes GNOME Menü (mintMenu). Häufig werden Teile des Desktops, also wie hier das Startmenü, für Distributionen speziell angepasst.

Sonst ist der GNOME 2 Desktop dem von Windows sehr ähnlich und Umsteiger finden sich sicher schnell zurecht.

Speicherbedarf

Mit rund 245 MB liegt der GNOME 2 Desktop ungefähr im Mittelfeld beim Speicherbedarf.

GNOME 3 (Fedora 15)

Webseite: http://www.gnome.org
Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Gnome

Desktop

Bei GNOME 3 ist das Startmenü nach links oben verlegt, es bietet einen einfachen Zugriff auf Fenster und Anwendungen, dazu wird im Gegensatz zu anderen Startmenüs der ganze Bildschirm verwendet.

Ungewohnt für Windows Umsteiger sind wohl die fehlenden Bedienelemente bei den Fenstern, es fehlen die Minimieren- und Maximieren-Schaltflächen. Zusätzlich werden Fenster einfach im Hintergrund geschlossen, also öffnet man beispielsweise die „Systemeinstellungen“ und dann „Audio“, dann verschwindet das Fenster „Systemeinstellungen“. Auch passt bei Fedora derzeit der grafisch aufwendige Desktop mit den dahinter liegenden Fenstern so gar nicht zusammen, wie man auch am Design der Systemüberwachung sieht.

Vom Ansatz her eigentlich ein brauchbarer Desktop, der aber aktuell noch unfertig wirkt und teilweise wenig durchdacht in der Bedienbarkeit ist.

Speicherbedarf

Der Speicherbedarf des GNOME 3 Desktops ist beim Testsystem mit rund 224 MB niedriger als der des getesteten GNOME 2 Desktops von Linux Mint (245 MB).

KDE (OpenSuse 11.4)

Webseite: http://www.kde.org
Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Kde

Desktop

KDE ist eine grafisch sehr aufwendige Oberfläche mit vielen Effekten und zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten.
Das Startmenü bietet eine horizontale Navigation über Tabs und Untermenüs und vertikales Scrollen bei manchen Tabs. Über das sogenannte Plasma Symbol ganz oben rechts in der Ecke des Desktops können Miniprogramme oder Ordner auf der Arbeitsfläche angezeigt werden, wie der „Arbeitsflächen-Ordner“ links oben. Auch in der Taskleiste können so über das Plasma Symbol ganz rechts Miniprogramme in die Leiste integriert werden.

Für Umsteiger von Windows wirkt der KDE Desktop wohl ansprechend, ist aber teilweise wenig intuitiv in der Bedienung und aufgrund der teilweise viel zu kleinen Schriften und Bedienelemente stellenweise unergonomisch.

Speicherbedarf

Der KDE Desktop hat mit rund 286 MB den höchsten Speicherbedarf der getesteten Desktops.

LXDE (Lubuntu 11.4)

Webseite: http://lxde.org
Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Lxde

Desktop

Vom Bedienkonzept her orientiert sich die Oberfläche an dem seit Windows 95 den meisten Benutzern bekannten Aufbau, also mit dem klassischen Startmenü links unten und der (auch von Windows) gewohnten Fenstersteuerung, Windows Umsteiger werden sich also schnell zurecht finden.

Speicherbedarf

Das Ziel von LXDE ist es einen Desktop zu liefern, der keine großen Anforderungen an die Hardware stellt und genügsam in Hinblick auf den Energieverbrauch ist. Mit lediglich rund 144 MB hat der LXDE Desktop den niedrigsten Speicherbedarf im Testfeld. Dieser Desktop ist also für Netbooks oder ältere Systeme mit wenig Arbeitsspeicher gleichermaßen geeignet.

Unity (Ubuntu 11.4)

Webseite: http://unity.ubuntu.com
Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Unity_Benutzeroberfläche

Desktop

Ubuntu (bzw. Canonical) bietet die Eigenentwicklung Unity als Standarddesktop. Das Startmenü ist links oben und darunter ein Starter für Anwendungen, der auch gleichzeitig offene Anwendungen integriert und als Fensterumschalter dient, das funktioniert alles intuitiv und ist übersichtlich. Über das Startmenü kann auf alle Anwendungen und wichtige Arten von Dateien, wie etwa Downloads, zugegriffen werden.

Eigentlich ist die Oberfläche also sehr intuitiv und damit einfach zu erlernen. Für Windows Umsteiger ist die linksseitige Anordnung der Fensterschaltflächen ungewohnt. Allgemein nicht gut gelungen ist die Integration der Menüzeile von Anwendungen in die obere Leiste. Bei maximierten Anwendungen funktioniert das wie gewohnt, aber bei mehreren offenen Fenstern ohne eigene Menüzeile kann das leicht verwirrend sein.

Insgesamt ist Unity jedoch eine sehr gut gelungene Oberfläche, die sich aufgrund des sehr durchdachten platzsparenden Konzepts vor allem für Notebooks und ähnliche mobile Geräte mit kleineren Displays sehr gut eignet, aber auch für Desktop-Computer ist Unity gut geeignet.

Speicherbedarf

Der Speicherbedarf für die grafisch aufwendige Oberfläche ist mit rund 267 MB relativ hoch, nur der des KDE Desktops ist bei diesem Vergleich höher.

Xfce (Xubuntu 11.4)

Webseite: http://www.xfce.org
Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Xfce

Desktop

Das Startmenü ist links oben, orientiert sich an dem seit Windows 95 bekannten Aufbau und ist für Windows Umsteiger wohl gleich einfach zu verstehen wie der restliche Desktop.

Wenn man den Mauszeiger zum unteren Bildschirmrand bewegt, erscheint bei Xubuntu noch eine Symbolleiste.

Speicherbedarf

Der Xfce Desktop bietet mit 173 MB den zweitniedrigsten Speicherbedarf des Vergleichs und ist damit für schwächere bzw. ältere Hardware gut geeignet.

Fazit

Für alle Geräte, ob PCs, Notebooks, Netbooks (oder auch Tablets und Smartphones mit Android) gibt es praktisch optimierte Linux Distributionen mit entsprechenden Desktops.
Diese Desktops sind sehr unterschiedlich, wie man im Vergleich sieht und somit kann man z.B. beim PC eine Distribution mit einem grafisch aufwendigen KDE-Desktop wählen und für das Notebook Ubuntu mit dem für solche Geräte optimierten Unity-Desktop.

Der Speicherbedarf von den getesteten Linux Distributionen und den jeweiligen Desktops ist überhaupt relativ gering. Windows 7 auf dem gleichen Testsystem benötigt im Leerlauf über 500 MB Arbeitsspeicher und damit rund doppelt soviel wie die meisten Linux Distributionen.
Windows XP hat zwar auch mit etwas über 100 MB einen sehr geringen Speicherbedarf, allerdings ist dieses Betriebssystem über 10 Jahre alt, während die Distributionen beispielsweise mit LXDE-Desktop aktuell sind.

Advertisements