Linux Mint 9

9/2010

Linux Mint 9 Anleitung

Inhaltsübersicht

1. Installation
2. Start
3. Netzwerkverbindung
4. Sprache
5. Aktualisierung
6. Erscheinungsbild
7. Panel
8. Softwareverwaltung
9. Paketverwaltung
10. Programme

In dieser Anleitung wird die Installation des kostenlosen Betriebssystems Linux Mint 9 beschrieben und es werden die ersten Schritte bei der Verwendung erklärt.

Diese Anleitung mag für Anfänger und Umsteiger interessant sein, also auch für diejenigen, die noch nie ein Linux Betriebssystem installiert haben.

Es wird auch die Möglichkeit aufgezeigt, wie man Linux Mint als zweites Betriebssystem neben Windows nutzen kann, quasi als sichere Alternative, um den ganzen bekannten Problemen der Windows Betriebssysteme zu entgehen.

Für diese Anleitung wurde die Linux Mint 9 „Isadora“ – Gnome CD (32-bit) verwendet, die man hier herunterladen kann:
http://www.linuxmint.com/edition.php?id=52

Man kann aber auch 64-Bit Versionen, die Live DVDs oder Editionen mit anderen Desktops wählen. Diese Anleitung bezieht sich aber ausschließlich auf die Version mit dem Gnome Desktop.
Alle Editionen findet man hier:
http://www.linuxmint.com/download.php

Hinweis:
Im Unterschied zu anderen Live-CDs ist die von Mint 9 nicht in deutscher Sprache verfügbar.
Wenn man sich also nur für eine deutschsprachige Live-CD interessiert, dann sollte man eher Ubuntu, openSUSE oder KNOPPIX nehmen.
Wenn man Mint 9 aber installieren will, kann man sofort die deutsche Sprache auswählen.

1. Installation

Für den Start der Live-CD muss das CD-Laufwerk bei der Boot Reihenfolge vor den Festplatten kommen, was im BIOS eingestellt werden kann.

Unten wählt man „Start Linux Mint“, damit wird das Betriebssystem von der CD gestartet.
Es werden also noch keine Änderungen am bestehenden System vorgenommen.

Nach dem Laden des Betriebssystems von der CD kann man die Installation mit „Install Linux Mint“ beginnen.

Ein Assistent führt durch die Installation.
Zuerst wählt man die gewünschte Sprache aus.

Hier werden Region und Zeitzone festgelegt.

Das Schema für die Tastenbelegung kann gewählt werden.

Beim Zuweisen von Speicherplatz für die Installation hat man mehrere Möglichkeiten.

Einfach ist es, wenn man einen unpartitionierten Bereich hat, also ein leere Festplatte bzw. einen Bereich davon.
Dann muss man nur „Den größten zusammenhängenden freien Speicherplatz wählen“ und Linux Mint macht den Rest automatisch.
Oder man wählt eine Festplatte, die gelöscht und überschrieben werden soll. Dabei ist aber unbedingt auf ungewollten Datenverlust zu achten.
Fortgeschrittene Benutzer können die Partition auch manuell festlegen.

Beim nächsten Schritt wählt man seinen Benutzernamen, den Namen des Computers und sein Passwort.

Das Passwort sollte selbstverständlich sicher sein, also eine hohe Stärke haben.
Man sollte aber auch bedenken, dass man dieses Passwort relativ oft eingeben muss, die Eingabe sollte also praktischerweise nicht zu umständlich sein.
Dieses Passwort kann aber später jederzeit wieder geändert werden.

Zum Abschluss der Installation erscheint eine Zusammenfassung.

Wenn man unten auf „Erweitert…“ klickt, dann öffnet sich ein Fenster mit Einstellungen zum Bootloader.

Fortgeschrittene Benutzer können hier den Ort bestimmen, wo der Bootloader für ein Dualboot System installiert werden soll, also bei welcher Festplatte bzw. Partition.

Beim Klick auf „Installieren“ startet die Installation von Linux Mint, die gewöhnlich nicht besonders lange dauert.

Danach erfolgt die Aufforderung zum Neustart.

Am Ende wird man darauf hingewiesen, dass man die CD aus dem Laufwerk nehmen soll, um einen erneuten Start von der Live-CD zu verhindern.
Danach soll man die Eingabe Taste zu drücken.

Das war es auch schon mit der Installation von Linux Mint 9, diese ist sicher nicht kompliziert, kommt ganz ohne Kommandozeilenbefehle aus und dauert bei der CD Edition auch nicht lange.

2. Start

Wenn man ein Dualboot System eingerichtet hat, dann erscheint beim Start des Computers ein Auswahlbildschirm, in diesem Fall mit Linux Mint, einem Speichertestprogramm und Windows 7.

Bei der Wahl von Linux Mint kommt als nächstes der Anmeldebildschirm mit der Wahl des Benutzers.

Einige Begriffe erscheinen noch in englischer Sprache, das ändert sich aber nach den kommenden Aktualisierungen aus dem Internet.

Beim nächsten Fenster muss man das Passwort für den Benutzernamen eingeben.

Dann erscheint der Desktop von Linux Mint 9 mit dem Willkommen-Fenster.

3. Netzwerkverbindung

Das Einrichten von Netzwerkverbindungen erfolgt mit Assistenten.
Hier wird beispielhaft des Erstellen von zwei Verbindungen gezeigt, einer DSL Verbindung und einer mobilen Breitbandverbindung.

Die DSL Verbindung

Beim Symbol für den Netzwerkanschluss wählt man über einen Rechtsklick „Verbindungen bearbeiten…“.

Hier wählt man „DSL“ und „Hinzufügen“.

Gewöhnlich reicht es, wenn man beim Fenster unten den Benutzernamen und das Passwort angibt, also die Daten, die man von seinem Internetdienstanbieter erhalten hat.

Nach dem Einrichten der Verbindung kann man mit einem Linksklick auf das Netzwerksymbol die DSL Verbindung herstellen.

Die mobile Breitbandverbindung

Auch hier wählt man über einen Rechtsklick „Verbindungen bearbeiten…“

Dann „Mobiles Breitband“ und „Hinzufügen“ wählen.

Normal wird beim unteren Fenster der Hersteller des Sticks automatisch erkannt, das Bild wurde aber in der VirtualBox aufgenommen, wo das nicht funktionierte.

Dann wählt man das Land des Dienstanbieters.

Und den Dienstanbieter selbst.

Abschließend kann noch bei Bedarf der Abrechnungsmodus eingestellt werden.

Die Verbindungseinstellungen werden nun nach den Vorgaben beim Assistenten angezeigt.

Die Verbindung kann jetzt mit einem Linksklick auf das Netzwerksymbol und der Eingabe der PIN hergestellt werden.

4. Sprache

Gleich nach dem Herstellen der Netzwerkverbindung kann man noch vor dem Herunterladen von weiteren Komponenten Spracheinstellungen vornehmen.

Hinweis: Diese Einstellungen sind optional, also wenn man nur die deutschen Pakete installieren will, sonst kann man diesen Punkt 4 auch überspringen.

Man wählt zuerst über das Menü das Kontrollzentrum aus.

Das Kontrollzentrum ist bei Linux Mint, was die Systemsteuerung bei Windows ist.
Hier wählt man in der Rubrik „System“ den „Language Support“, also die Spracheinstellungen.

Deutsch und Englisch sind als Sprachen eingestellt.
Wenn man die ganzen Inhalte für die englische Sprache nicht ständig mit aktualisieren will, dann kann man über „Install / Remove Languages…“ Englisch entfernen.

Dazu muss man im nächsten Fenster nur Englisch abwählen und „Apply Changes“ klicken.

Nach einer Überprüfung der Sprachunterstützung erscheint dann auch gleich die Aufforderung zur Installation fehlender deutscher Sprachpakete, was man mit „Install“ starten kann.

Dann werden die Pakete heruntergeladen und automatisch installiert.

5. Aktualisierung

Die Aktualisierungsverwaltung ist dafür zuständig, dass das System immer auf dem neuesten Stand ist.
Man kann die Quellen für die Updates einstellen und die Updates werden in der Aktualisierungsverwaltung in verschiedenen Ebenen dargestellt.

Eine Aktualisierung kann man über das Schild-Symbol rechts unten im Bild manuell anstoßen, indem man es doppelklickt oder über einen Rechtsklick „Aktualisieren“ wählt.

In der Aktualisierungsverwaltung sieht man die fehlenden Pakete bzw. Updates, die man herunterladen und installieren kann.

Die Zahlen bei Ebene auf der linken Seite beziehen sich auf die Herkunft und den Status der verfügbaren Pakete.
Diese Einstellung kann man über Bearbeiten > Einstellung ändern.

Pakete der Ebene 1, 2 und 3 sind voreingestellt.
Pakete der Ebene 4 und 5 sind standardmäßig abgewählt und sollten nur von fortgeschrittenen Benutzern aktiviert werden. Sie sind entweder nicht ausreichend getestet oder können durch systemnahe Veränderungen die Stabilität des Betriebssystems gefährden.

Bei der Wahl von „Aktualisierungen installieren“ im Fenster Aktualisierungsverwaltung werden die gewählten Pakete zuerst heruntergeladen…

… und dann installiert.

6. Erscheinungsbild

Mit einem Rechtsklick auf den Desktop kann man über „Hintergrund der Arbeitsfläche ändern“ auf die Erscheinungsbild-Einstellungen zugreifen.

Beim ersten Tab kann man unter vorgefertigten Themen auswählen.

Oder man wählt „Anpassen…“, um eine eigene Zusammenstellung zu wählen.
Dann kann man beispielsweise den Fensterinhalt bestimmen…

… oder das Aussehen des Fensterrahmens verändern.

Beim nächsten Tab kann man den Hintergrund der Arbeitsfläche bzw. den Desktophintergrund bestimmen oder Online eine größere Auswahl von Hintergründen durchsuchen.

Wenn man von gnome.org einen Hintergrund verwenden will, muss man nur auf „Go“ klicken…

… und das Bild dann über einen Rechtsklick „Als Hintergrundbild einrichten…“.

Abschließend kann man noch die Position bestimmen und eine Hintergrundfarbe wählen.

Beim nächsten Tab der Erscheinungsbild-Einstellungen kann man die Schriftarten und Schriftgrößen für die verschiedenen Bereiche anpassen.

Beim letzten Tab kann man verschiedene Stufen für visuelle Effekte einstellen.

Voraussetzung für diese Effekte ist die Installation eines entsprechenden Grafikkartentreibers, der wird aber normal automatisch zur Installation angeboten.

7. Panel

Der Panel bei Linux entspricht der Taskleiste von Windows.
Mit einem Rechtsklick auf den bereits vorhandenen Panel kann man dessen Eigenschaften anpassen.

Hier kann man allgemeine Einstellungen vornehmen…

… und den Hintergrund des Panels verändern.

Man kann aber auch einen eigenen „Panel anlegen“.

Dieser erscheint nach der Voreinstellung am oberen Rand des Bildschirms und über einen Rechtsklick auf den Panel kann man wiederum dessen Eigenschaften anpassen.

Symbole kann man beispielsweise vom Menü direkt auf den Panel ziehen.

Damit lässt sich einfach ein Panel mit den Programmen anlegen, auf die man einen schnellen Zugriff wünscht.

8. Softwareverwaltung

Linux Mint verfügt über eine zentrale Softwareverwaltung, etwas Vergleichbares fehlt bei Windows.
Mit dieser Softwareverwaltung kann man nach nützlichen Programmen suchen und sie einfach installieren oder auch wieder entfernen.
Das Angebot der Programme ist allerdings beschränkt, man kann aber auch hier die Softwarequellen selbst bestimmen.

Aufrufbar ist die Softwareverwaltung direkt über das Menü.

Die verfügbaren Programme sind nach Kategorien zusammengefasst.

In den einzelnen Kategorien sieht man Informationen zu den Programmen und Bewertungen von Benutzern.
Die große Zahl zeigt die Bewertungspunkte und die kleine die Anzahl der Bewertungen.

Wenn man ein Programm wählt, dann kann man es einfach über „Installieren“ zum System hinzufügen.

Wenn man im oberen Fenster nach unten scrollt, lässt sich die Seite mit allen Bewertungen anzeigen, die sind aber meisten in englischer Sprache.

Bei der Wahl von „Installieren“ wird das Programm automatisch zum System hinzugefügt.

Um das Programm zu starten, wählt man im Menü „Alle Anwendungen“.

Hier findet man in den Kategorien das hinzugefügte Programm, in diesem Fall bei Unterhaltungsmedien.
Wenn man das Programm nicht findet, kann man den Namen oder einen Teil davon auch unten bei „Filter:“ eingeben.

Mit einem Klick kann man das Programm nun starten.
Allgemein kann man hier auch über einen Rechtsklick Programme „Deinstallieren“, sie zu anderen Stellen der Oberfläche hinzufügen oder die Einstellungen bearbeiten.

9. Paketverwaltung

Im Gegensatz zu Softwareverwaltung bietet die Paketverwaltung Inhalte aller Art an, also Programme, Icons, Übersetzungen, andere Desktops usw.
Man muss sich darin aber quasi alleine zurechtfinden, da man die Inhalte nur relativ grob nach Sektionen, Status oder Ursprung sortieren kann.

Aufrufen kann man sie direkt über das Menü.

Beim ersten Aufruf erfolgt eine Einführung in die Paketverwaltung.

Beispielhaft habe ich die Installation eines Themas gewählt, das für Menschen mit Sehbehinderung möglicherweise hilfreich ist.

Unter „GNOME Arbeitsumgebung“ habe ich dazu die „gnome-accessibility-themes-extras“ über einen Rechtsklick „Zum Installieren vormerken“ lassen.

Die notwendigen Änderungen für dieses Thema habe ich bestätigt.

Über „Anwenden“ werden die Pakete für das Thema installiert.

Bei den Erscheinungsbild-Einstellungen kann man nun zusätzlich die Themen „Hoher Kontrast“ oder „Hoher Kontrast, groß“ wählen.

Mit „Hoher Kontrast, groß“ wird beispielsweise der Datei-Browser dann so dargestellt.

10. Programme

Abschließend gibt es noch eine Übersicht über Programme, die entweder schon in Linux Mint 9 enthalten sind, oder einfach über die Softwareverwaltung heruntergeladen und installiert werden können.

Alle Programme dieser Übersicht sind in deutscher Sprache und kostenlos.
Die Übersicht erfolgt nach Programmart – Programmname.

Hinweis: Programme, die eigentlich für die KDE Oberfläche entwickelt wurden, sind mit einem [KDE] vor dem Programmnamen gekennzeichnet, da für diese Programme gewöhnlich eine Vielzahl von zusätzlichen KDE Paketen installiert werden muss.

Audioeditor – Audacity

Bildschirmfotos – Shutter

Bildverwaltung – gThumb

Brennprogramm – Brasero
Hinweis: [KDE] k3b bietet ähnliche Funktionen.

Backup – Datensicherungswerkzeug

Browser – Mozilla Firefox
Hinweis: zur Auswahl stehen auch Chromium, Epiphany, Midori, Opera usw.

Bildbearbeitung – GIMP

DVD-Authoring – [KDE] k9copy

E-Mail-Programm – Mozilla Thunderbird

Finanzmanager – [KDE] KMyMoney

Fotoverwaltung – shotwell

Instant Messenger – Pidgin

Internet-Telefonie – Skype

IRC-Client – XChat

Mediaplayer – VLC media player

Musikplayer – Rhythmbox
Hinweis: [KDE] Amarok bietet ähnliche Funktionen.

Office Suite – OpenOffice

Partitionseditor – Gparted

Peer-to-peer (eD2K) – aMule

Peer-to-peer (Torrent) – Delunge

Texteditor – gedit

Videoeditor – OpenShot

Virtuelle Maschine – VirtualBox

Hier endet die Anleitung für Linux Mint 9.